Wo kann man in Frankfurt seine Italienleidenschaft ausleben? Immer mehr private Sprachschulen bieten neben reinem Sprachunterricht einen Einblick in Lebensart und Kultur des Landes der Zitronenblüten. So wie das "Centro di Lingua Italiana" in der Eckenheimer Landstraße.
FRANKFURT (uca). Roberto Benigni fällt seiner Nicoletta um den Hals. Wohlig entspannt seufzen die Zuschauer und lehnen sich zurück, als der Abspann über die Mattscheibe des Fernsehers läuft. Doch für die Schüler und Schülerinnen des "Centro di Lingua Italiana" beginnt jetzt nicht der gemütliche Teil des Abends, sondern die Arbeit: sie nehmen die gesehene Szene auseinander, diskutieren Inhalt und Sprache, schauen sich das Drehbuch an und lernen bei alledem Italienisch.
Valerio Cardinale, Lehrer und Gründer der Schule, will mehr als nur die Sprache vermitteln. "Italien ist nicht nur Sonne und Meer. Es hat eine reiche Tradition an Kunst und Kultur. Und ein bißchen davon wollen wir zeigen." Das Centro bietet Einzel- und Gruppenunterricht an und organisiert Sprachreisen, die auch als Bildungsurlaub anerkannt werden. Als Unterrichtsmaterialien werden neben Lehrbüchern auch Comics, Bilder, Literaturvorlagen und eben auch Filmauschnitte eingesetzt - schließlich gilt die italienische Filmschmiede "Cinecittà" unter Cineasten als das Hollywood Europas. |
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Cardinale und seine sechs Kollegen möchten den Deutschen aber noch mehr nahebringen: die italienische Lebensart, denn "die Lockerheit und Lebensfreude, die Spontanität, das sind keine Klischees". Deshalb sind auch die Kulturabende, die für die Schüler und Schülerinnen organisiert werden, nicht immer vorhersehbar - die Lesungen, kleinen Konzerte, Weinproben halten sich nicht an feste Zeitpläne, es gibt sie aber "ungefähr einmal im Monat".
"Die Leute kommen, glaube ich, gerne hierher, weil wir uns über interessante Themen austauschen, weil sie sich hier wohlfühlen und hier lachen können", sagt Cardinale. "Wir begreifen uns als ein Zentrum für Erwachsene, die sich auf der Basis der italienischen Sprache austauschen und gemeinsam die italienische Kultur erleben", erklärt der "Centro"-Gründer.
Warum wollen die Leute überhaupt Italienisch lernen? Der gebürtige Sizilianer sieht einen Grund im Zusammenwachsen Europas, das mehr Arbeitsmöglichkeiten im Ausland, unter anderem auch in Italien, biete. Im übrigen gebe es immer Menschen, die aus Gründen der Liebe die Sprache lernen wollen. Und wer verliebe sich nicht in Italien, fragt der Lehrer rhetorisch. Außerdem: "Die Sprache ist einfach schön!" Si! |